Warme Hände auf Tour – ein kleiner Bericht

Wer viel mit dem Rad unterwegs ist, kennt das vermutlich: Solange man in Bewegung bleibt, geht es meistens ganz gut. Aber sobald es morgens frisch ist, der Wind von vorn kommt oder man stundenlang bei eher grauem Wetter unterwegs ist, werden die Hände irgendwann doch unangenehm kalt. Und wenn die Finger erstmal richtig auskühlen, macht das Fahren einfach deutlich weniger Spaß.

Auf längeren Touren habe ich das immer wieder gemerkt. Es muss dafür gar nicht eisig kalt sein. Oft reichen schon Temperaturen im einstelligen Bereich, dazu etwas Feuchtigkeit oder Gegenwind, und nach einer Weile wird es unerquicklich. Der restliche Körper kommt oft noch halbwegs klar, aber an den Händen merkt man es zuerst.

In diesem Zusammenhang bieten sich beheizbare Handschuhe von HeatPerformance an. Ehrlich gesagt hätte ich so etwas früher wahrscheinlich erstmal in die Schublade „nette Idee, aber braucht man das wirklich?“ gesteckt. Also irgendwo zwischen sinnvoller Ergänzung und Outdoor-Spielerei. 😉

Man kann hier aber eine angenehm positive Überraschung erleben: Es geht gar nicht unbedingt darum, dass die Hände plötzlich übertrieben warm werden. Viel angenehmer ist, dass dieses langsame Auskühlen deutlich weniger zum Thema wird. Genau das macht auf längeren Strecken einen Unterschied. Wenn die Hände einmal richtig kalt sind, kommt das angenehme Gefühl nämlich nicht so schnell zurück.

Gerade morgens, bei längeren flachen Etappen oder wenn das Wetter eher kühl und ungemütlich ist, ist das durchaus praktisch. Man fährt einfach entspannter, wenn die Finger beweglich bleiben. Das merkt man nicht nur beim Fahren selbst, sondern auch bei den kleinen Dingen unterwegs: Reißverschluss öffnen, etwas aus der Lenkertasche holen, das Handy bedienen oder am Schloss herumfummeln. Mit kalten Fingern nervt all das deutlich schneller. 😀

Natürlich ersetzt so etwas keine vernünftige Kleidung insgesamt. Wenn der Rest nicht passt, helfen die besten Handschuhe auch nur begrenzt. Aber als Ergänzung ist das schon sinnvoll – vor allem für Leute, die schnell kalte Hände bekommen oder auch im Frühjahr und Herbst regelmäßig längere Touren fahren, so wie ich letztes Jahr schon im Mai in Polen an der See bei starkem kalten Gegenwind. Oder im Mai in der Schweiz oder während eines kalten Sommers auf dem Fjell in Norwegen (siehe Bilder).

Ich bin bei Ausrüstung im Allgemeinen eher dann überzeugt, wenn sie unterwegs wirklich praktisch ist und nicht nur in der Theorie gut klingt. In diesem Fall habe ich aber schon den Eindruck, dass das kein reiner Schnickschnack ist. Für bestimmte Bedingungen kann so etwas den Komfort auf Tour spürbar verbessern.

Für Hochsommer und 25 Grad braucht man das natürlich nicht. Aber wer gerne auch bei frischerem Wetter fährt, früh startet, im Herbst noch lange unterwegs ist oder einfach empfindliche Hände hat, für den kann das durchaus interessant sein.

Ich hätte früher vermutlich gesagt: Brauche ich nicht unbedingt.
Inzwischen würde ich eher sagen: Kommt darauf an, wann und wie man unterwegs ist – aber ganz unsinnig ist es definitiv nicht. 😉

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