Dänemark 2017 komplett

Der Anfang gestaltete sich ziemlich unrund, da ich 4 Stunden zu spät aus der Firma kam und mit der Urlaubsplanung sowieso wegen der Umplanung total verspätet war. Nach durcharbeiteter Nacht und 2-3 Stunden Schlaf ging es dann los. Die Tourplanung, die ich dann doch noch vollends hinbekommen habe, sieht so aus:

Eine Freundin nahm mich und mein Fahrrad mit bis kurz hinter die dänische Grenze. Dort verbrachten wir dann knapp zwei Tage auf der Insel Rømø:

Eine 30-Kilometer-Fahrradtour war nach der Regennacht und dem verregneten Vormittag dann sogar auch noch drin:

Den Sonnenuntergang haben wir leider verpasst bzw. es waren zu viele Wolken da:

Da ich heute schon einen Blog-Post verfasst habe und nun mal endlich duschen und vom Aufenthaltsraum mit Küche ins Zelt gehen sollte, nur kurz die Facebook-Post eingebunden:

Und für ganz Interessierte hier noch der GPS-Track.

Zu Beginn mal gleich den heutigen GPS-Track von dieser großartigen Tour heute.
Am glücklichsten hat mich heute wohl die Tatsache gemacht, dass das Solarpanel mit nur einer Schnur und einem Spanner provisorisch relativ gut und schnell auf dem Anhänger zu befestigen und auch der Beutel mit dem Akku relativ stoßsicher per Gummizugaufhängung anzubringen ist. Mal sehen, ob ich noch etwas Plastikfolie zur Dämpfung der manchmal auftretenden leichten seitlichen Schläge auftreiben kann…

Heute gab’s ziemlich viele schlechte Wege und viel Gegenwind; teilweise konnte man nur 8-11 km/h fahren. Da dauert es dann seine Zeit, bis man die 90 voll hat. Zwischenzeitlich dachte ich, ich wäre zu spät dran (kam wegen eines wichtigen Gesprächs zu spät ins Bett gestern und dann heute auch nicht raus), aber gegen Ende hab‘ ich’s doch noch ganz gut hereingefahren. Ankunft 19:30 Uhr am Campingplatz. Jetzt mal sehen, wie schlimm der Regen morgen ausfallen wird…

Nach nur 3 km Fahrt war ich heute schon auf der Palme, ziemlich weit oben. Der Weg mies und das Dauergequietsche machte mich verrückt. Und die Aussicht darauf, dass das womöglich knapp 2000 km so weiter gehen könnte. Nicht mal Mendelssohn-Bartholdy-Beschallung von hinten konnte mich wieder einfangen. Waren ca. 10-15 km Frustradeln.
Bis ich auf die Idee kam nach den Pedalen und Kurbeln auch mal die hydraulisch gefederte Sattelstütze, die in letzter Zeit etwas zu viel Spiel bekommen hat, in den Kreis der Verdächtigen aufzunehmen. Mit halb Glück und halb Verstand drückte ich die Federung 3-4 Mal stark nach unten, mehr als bei normaler Belastung. Siehe da, es ist weg! 🙂
Blieb nur noch das Anhängerquietschen bei stärkeren Linkskurven, was aber vertretbar ist. Und selbst das scheint sich erledigt zu haben, nachdem ich nun ca. 2 Stunden im Regen gefahren bin. Vielleicht hat’s den Sand rausgespült…
Jetzt trockne ich Klamotten in ner großzügigen warmen Küche (das ist echt klasse an skandinavischen Campingplätzen) und hoffe darauf, dass der Regen in der Nacht abklingt (hat jetzt schon stark nachgelassen).

Möglicherweise sehe ich morgen schon die Ostsee, damit wäre der Wechsel von der Nord- an die Ostsee vollzogen, trotz beharrlichem Ostwind:

Heute beim Einkaufen ist mir ein Lapsus passiert: Hab‘ ich doch glatt ca. 15 min lang während meines Einkaufs meinen Geldbeutel auf dem Fahrrad-Gepäckträger liegen lassen. Erst an der Kasse fiel mir das auf und ich bin rausgesprintet. Das Rad stand zwar nicht ganz am Eingang und der schwarze Geldbeutel lag auf den schwarzen Gamaschen, aber Autofahrer sind schon ein paar dran vorbeigekommen. Gerade nochmals gutgegangen mit dem zerstreuten Radfahrer…

Den heutigen Tag erkläre ich zum Blumentag, da es ab Nachmittag mit der Überquerung des Kleinen Belts anfing mal mehr mal weniger zu regnen und die Landschaft irgendwie eher uninteressant war. Hab‘ ich halt nach Blumen am Wegesrand Ausschau gehalten. 😉
Vormittags hatte ich noch Wäsche gewaschen, was angesichts der Wettervorhersage mutig war; aber ich hab‘ ein Radtrikot, zwei Unterhosen und 2 Paar Socken „trocken gefahren“. Naja, die Socken trocknen noch hier nebenher beim Schreiben in der gemütlichen Küche des Campingplatzes.

Wenn’s scheiße läuft, dann aber richtig! Vorgestern die kleine Ausschreitung gegen mein Gespann, heute Diebstahl von zum Trocknen in der Campingküche gelassenen Klamotten und Funktionsbekleidung. Dazu Gewitter unterwegs und danach ein so heftiger Schauer, dass ich pitschepatsche nass wurde. Die Schuhe werden morgen noch nass sein. 🙁
Aber man muss es mal positiv sehen, ich hatte auch schon Defekte die zum Tourabbruch zwangen oder die Weiterreise um 1-2 Tage verzögerten – also noch alles im grünen Bereich und in ner halben Stunde werde ich trocken im kuscheligen Schlafsack liegen. Tagesziel erreicht.

Heute nur entspannte 64 km. Das könnte vielleicht die neue Anhänger-Reisedistanz für zukünftige bummelige Fernreisen werden; morgens ohne Stress zusammenbauen, gemütlich einkaufen, dann radeln bis man keine Lust mehr hat und dabei auch noch so früh ankommen, dass man hinterher noch etwas „Freizeit“ hat. Find‘ ich gut. Waren heute aber auch nur asphaltierte kleine Straßen, das muss man dazu sagen. Und man muss dann allerdings auch mehr als einen Monat unterwegs sein um was von der Welt zu sehen… 🙂

Tja, Regen von Start an bis über das Ende hinaus. Wenigstens konnte ich das Zelt in einer regenfreien Phase abbauen. Stelle inzwischen fest, dass dieses teure Hilleberg-Drei-Jahreszeiten-Zelt zwar Vorteile wie schnelles Trocknen morgens hat, aber bei Regen auch gewisse Nachteile (das gesamte Innenzelt steht jeweils etwas über das Überzelt hinaus bzw. wird bei nicht senkrecht fallendem Regen nicht komplett abgedeckt und der Eingang ist naturgemäß kleiner und tiefer als bei meinem guten Vier-Jahreszeiten-Zelt). Ist wohl eher ein Zelt für Südeuropa mit weniger Regen. In Italien sollte man sein, da regnet’s seit langem nicht mehr – allerdings brennt dafür auch viel. Hmmm…

Heute war’s super! Hängt halt ganz viel vom Wetter ab wenn man so nah an der Natur unterwegs ist. Und wenn die Sonne lacht, dann fällt alles viel leichter, man muss nicht jeden Schritt vorher überlegen und möglichst schnell ausführen damit nichts nass wird. Allerdings kämpfe ich mit zwei immer wieder blutenden kleinen Wunden an zwei Fingern. Sobald das Pflaster abgeht, geht auch die Wunde wieder auf; verheilt irgendwie nicht richtig und man saut sich alles ein. Naja, irgendwas ist ja immer. 😉

Aufstehen, fertig machen, Zelt einpacken, einkaufen, frühstücken, fahren. Sonne, Wolken, Regen, Wolken, Sonne. Zelt aufbauen, duschen, abendessen, bloggen, ins Bett gehen.
Alles geht seinen gewohnten Gang…

Gestern Abend sagte meine App ja noch einen Schauer zwischen 12 und 16 Uhr voraus, heute Morgen dann nur noch Bewölkung in dem Zeitraum. Tatsächlich hat mich dann doch eine ziemliche Wand überrascht. Konnte aber rechtzeitig Unterschlupf finden. Trotzdem wurde ein Teil der morgens gewaschenen Klamotten vorher oder danach noch trocken…

Heute mal Beginn mit einem waschechten Selfie. 😉

Ich weiß, ich schreibe immer viel übers Wetter. Warum? Weil es das Leben eines umherreisenden Fahrradvagabunden eben sehr beeinflusst. Es bestimmt, wie schnell und mit wieviel Aufwand und in welcher Stimmung man reist. Heute war der Tag in zwei unterschiedliche Stimmungen unterteilt: Gestern konnte ich dem schlechten Wetter ja komplett entgehen, heute führte leider kein Weg dran vorbei. Aber ab 15 Uhr wurde es dann schön…schön trocken…
Der Nachteil an der Wetterausrichtung: Heute Morgen habe ich in Hektik das Zelt eingepackt und als ich es vorher wieder aufbauen wollte, da fehlte die kleine Querstange oben am Zelt. Hab‘ schon Angst bekommen, ob ich sie vergessen hatte einzupacken, aber sie rutschte nur einfach nicht mit den anderen Stangen aus ihrem Beutel. Aber man traut sich in solchen Momenten selbst nicht.
Gerade beschäftigt mich eine leichte Zerrung oder so was in der Art im rechten Oberschenkel, fing erst nach Ankunft an; dabei hab‘ ich mich heute auch nach 90 km noch total fit und kraftvoll gefühlt. Vielleicht liegt’s aber auch nur an den nicht gerade wenigen Höhenmetern und ist mit viel Schlaf morgen schon wieder behoben…

3x Regen heute, darunter ein gewaltiges Gewitter und einmal Starkregen. Wird echt Zeit, dass mal wieder richtig Sommer wird…

Gerade hab‘ ich im Fernsehen die Wetteraussichten für diese Woche gesehen. An jedem einzelnen Tag war Regen dabei. *grrr* Das ist doch wieder mal kein richtiger Sommer, oder?
Heute wurde ich das zweite Mal in meinem Leben an einem Campingplatz abgewiesen, nicht mal mehr Platz für ein kleines Zelt. Das bescherte mir heute 13 Zusatzkilometer und morgen nochmals soviele. Zum Glück waren beide Etappen eher klein geplant…

Hätte ich mal vorher gewusst, dass der Campingplatz in Zentrumsnähe voll ist, dann hätte ich mir den ganzen großen Kringel und damit schätzungsweise 20 km insgesamt am Ende sparen können:

Viele Eindrücke heute in Dänemarks Hauptstadt Kopenhagen! Vom netten deutsch sprechenden Rennradler, der mich einige Kilometer von meinem weit vom Zentrum entfernten Campingplatz in Richtung Zentrum begleitet hat, über die tollen Radwege (ich hab‘ jetzt das Linksabbiegen voll raus), bis hin zum Wetter, das den täglichen Regen heute bis 19 Uhr hinausgezögert hat. 🙂
Die Freistadt Christiania hinterließ widersprüchliche Eindrücke, aufregend war’s aber auf alle Fälle…

Momentan traue ich mich nicht raus in den Regen, da schreibe ich lieber den Blogbeitrag für gestern. Gestern hatte ich hier irgendwie keinen Empfang (zu viele Leute in der Funkzelle?), heute Vormittag ist es besser. WLAN hätte hier auf diesem Campingplatz zwischen 6 und 7 Euro gekostet – das ist es mir dann doch nicht wert. 🙂
Gestern wider Erwarten tolles Wetter, heute das erwartete Wetter. In ner halben Stunde fahre ich los, sei es, dass es weniger regnet oder so bleibt wie jetzt. Gewittermöglichkeit besteht wohl leider auch…

Hier feixen gerade zwei lustige Dänen auf englisch und ein lustiger deutsch sprechender schwarzer Däne mit mir in der Campingplatz-Küche. „He’s our professional Negro.“, sagte der und alle drei lachen. Dabei hab‘ ich aber das Gefühl, dass die sich wirklich nur gegenseitig mit Klischees aufziehen und sich gut leiden können.
Zum Tag schreibe ich nichts weiter, kann man weiter unten nachlesen…

Beim Einkaufen heute Morgen bei Rema 1000 hat mir ein freundlicher Däne zwei Packungen Schokoladenpulver für heißes Wasser in die Hand gedrückt mit den Worten: „Für die dänische Wetter!“. Ziemlich süß fand‘ ich das. Dänen klingen ja sowieso recht niedlich wenn sie deutsch sprechen. Und sie duzen einen dabei meistens… 🙂

Die Motivation schwindet etwas, wenn man das Ziel anstatt mit einem großen Bogen auch mit einem kleineren Bogen erreichen kann. Der starke Gegenwind trug heute dazu bei meine geplante Route zu verlassen und ad hoc eine neue Route zusammenzustellen bzw. einfach loszufahren. In Summe hat mir das heute ca. 27 km und vermutlich einige schlechte noch halb nasse Wald- und Strandwege erspart. Und mal ehrlich, inzwischen sieht Dänemark überall ziemlich ähnlich aus. 😉

Leider hat das Spannen der Kette nicht den gewünschten Effekt gebracht, die Pedale rutschen immer noch immer wieder mal in bestimmten Gängen ein Stück durch. Naja, solange es nicht schlimmer wird, werde ich es damit so nach Hause schaffen. Immerhin war nach der Reinigungs- und Bastelarbeit das Zelt vollkommen vom Regen am frühen Morgen bzw. in der Nacht getrocknet. 🙂

Tja, heute kam alles besser als gedacht: Südwestwind statt Westwind, keinerlei Verzögerung bei der Fähre, Lebensmitteleinkauf doch kein Problem. Da ist die Beinahe-Hunde-Attacke von gestern, die ja zu jedem Radurlaub gehört, schon fast wieder vergessen. Meistens sind es ja auch nicht die Arschloch-Hunde sondern die Arschloch-Halter. Naja, kam gestern mit nem Schrecken davon und heute war einfach ein toller Tag mit einigen strahlenden oder zumindest lächelnden Gesichtern!

Leider hat die Einbindung der Kartendarstellung bei Runtastic mal wieder nicht geklappt (für Karte Link klicken):

Um 13 Kronen hab‘ ich mich beim letzten Geldabheben von 1000 Kronen „verrechnet“; jetzt habe ich genau noch 120 Kronen übrig, die Übernachtung kostet aber 133 Kronen. Schade, das hätte dem genauen Steffen gefallen, wenn er die letzten Krönchen vor der Grenze für die Übernachtung los wird. Naja, dann kaufe ich eben morgen nochmals teuere Lebensmittel ein (eine Tagesration), damit wird man 120 Kronen (ca. 16 €) auch locker los… 🙂

Irgendwie muss Runtastic was nachteilig zu Lasten der Funktionalität an seinem System geändert haben oder etwas ist ausgefallen; jedenfalls scheinen Karten jetzt gar nie mehr angezeigt zu werden:

Versehentlich war ich ja gestern schon wieder kurz in Deutschland (falsch abgebogen *lach*); heute dann aber offiziell. Bis auf zweieinhalb Kronen hab‘ ich das restliche Geld für Lebensmittel rausgehauen und freue mich nun wieder auf weitgehend bekannte Produkte in den Regalen zu treffen. Zweimal musste ich Sachen wegschmeißen, vor allem diese Holunderlimonande war absolut ekelhaft.

Nervig ist die Mückenplage dieses Jahr: Nicht nur abends, nein, zu jeder Tageszeit werde ich gestochen, selbst mitten in der Stadt mit nichts Grünem oder Wasser in der Nähe. 🙁 Das führt dazu, dass ich mich auf dem Campingplatz relativ schnell in mein sicheres Zelt verkrieche, mehr als in anderen Jahren. War halt bisher ein eher mieser Sommer, leider.

Vorhin habe ich noch ein spanisches Ehepaar kennengelernt, die Wandern von Kopenhagen bis in den Schwarzwald. Ambitioniert! Haben ein Zelt dabei, das wäre mir alleine schon zu klein. Und ich residiere hier alleine in meinem Luxus-Zwei-Personen-Zelt. 😉
Weiß jemand ein Second-Hand-Kleidungsgeschäft in Hamburg? Sie müssten sich noch was Warmes zum Anziehen besorgen (siehe oben, scheiß Sommer *g*), haben aber wohl kaum Geld übrig…

3-4 km hab‘ ich mir heute eingespart indem ich nicht durch alle Waldstücke durch bin, die der Ochsenweg vorsieht. Denn da ist der Weg meistens schlecht und anstrengend. Glücklicherweise habe ich fast immer einen Weg in der Nähe drumherum gefunden. Recht ereignisloser Tag heute, aber das muss ja nicht schlecht sein. In den Dörfern grüßen auch noch Jugendliche artig, fiel mir auf. 🙂
Und positiv war, dass die aus Hamburg nördlich ziehende Regenfront hier irgendwie nicht ankam…

Eigentlich wollte ich ja 200 km weiter bis nach Hause fahren, aber nachdem der Regen am Freitag schon vormittags anstatt nachmittags einsetzte und die Aussichten für Samstag auch übel waren, bin ich nach Kiel abgebogen und von dort mit dem Zug nach Hause (was erstaunlich gut funktionierte, trotz Anhänger – ist im Bahnhof mit Aufzügen, vielen Menschen und im Zug ja immer etwas schwierig). Wäre gerne direkt mit dem Rad nach Hause gefahren, aber es wäre nicht sinnvoll gewesen, u.a. wegen Distanzen 2x 100 km (bei Dauerregen), Problemen mit der Gangschaltung und mangelndelm Regenschutz, der mir ja geklaut wurde und für den ich unterwegs keinen adäquaten Ersatz beschaffen konnte.
Jetzt sagen zwar alle, ich hätte geschummelt, aber das ist mir egal. Macht mir das erstmal nach! 🙂


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